Blutegel existieren seit 450 Millionen Jahren. Die Menschen haben den grossen Nutzen und das breite Wirkspektrum von Blutegeln bereits früh erkannt und setzen sie nachweislich seit etwa 3‘000 Jahren als Heilmittel ein. Bis ins vorletzte Jahrhundert waren Blutegel noch ein vielgepriesenes und vor allem überstrapaziertes Heilmittel. Sie waren Teil der Volksmedizin, mit der sich die armen Leute selber helfen konnten. Durch die exzessive Anwendung zum Ausklang des 18. Jahrhunderts wären sie in Westeuropa beinahe ausgestorben. Während des Zubeissens und des Saugens, aber auch beim Loslassen schüttet der Blutegel mit seinem Speichel die unterschiedlichsten Sekrete aus, von denen bis heuen nur acht benannt und einigermassen erforsch sind. Man nimmt an, dass es zwischen 30 und 100 Substanzen sind.

In der Tierheilkunde werden Blutegel bei Arthrose, Abszessen, Euterentzündungen, Leckekzemen, Spondylose, Bänderzerrungen, Ataxien, Gelenkgallen, Hufrehe, Kreuzverschlag, Mauke und vielen weiteren Beschwerden eingesetzt.